Kooperations-lexikon

Kooperationen funktionieren dann am besten, wenn alle Beteiligten dieselbe Sprache sprechen. Genau das ist eine zentrale Voraussetzung erfolgreicher Zusammenarbeit – und Teil unserer täglichen Beratung.

Mit diesem Lexikon machen wir unser Wissen aus Strategieprojekten und Partnerschaftsentwicklung zugänglich. Es erklärt die wichtigsten Begriffe rund um Markenkooperationen verständlich und praxisnah.
Eine Orientierung von A bis Z – als Grundlage für fundierte Entscheidungen und bessere Kooperationen.

STRATEGISCHES WISSEN ZU

Markenkooperationen,
für bessere Entscheidungen.

A wie Allianzen

Allianzen – häufig auch strategische Allianzen – sind Kooperationsformen zwischen Unternehmen oder Unternehmensteilen, bei denen keine Kapitalbeteiligung im Sinne eines Joint Ventures oder Franchises entsteht. Sie sind meist projektbezogen und zeitlich begrenzt. Ziel ist es, Marktchancen schneller zu nutzen, indem Ressourcen, Kompetenzen und Know-how geteilt werden. Allianzen erfordern in der Regel geringere Investitionen als eigenständige Projekte und lassen sich vergleichsweise flexibel wieder auflösen. In der Praxis ist die Abgrenzung zu klassischen Markenkooperationen oft fließend – insbesondere, wenn sich die Zusammenarbeit auf ein konkretes gemeinsames Projekt konzentriert. 

Ein Barter-Deal ist ein Tauschgeschäft (engl. „barter“ = Tausch). Anstelle von Geld werden Waren oder Dienstleistungen zwischen den beteiligten Unternehmen getauscht. Jede Partei ist gleichzeitig Lieferant und Kunde. 
Getauscht werden können z. B. Produkte, Reichweite, Werbeflächen, Know-how oder andere geldwerte Leistungen – entscheidend ist, dass der Wert der Leistungen für beide Seiten stimmig ist und ein Vorteil für alle Beteiligten entsteht. Barter-Deals eignen sich sowohl für etablierte Marken als auch für Start-ups, die Budgets schonen und dennoch Wirkung erzielen wollen. 

B wie Barter-Deal

C wie CPA / CPO – Vergütungsmodelle

CPA steht für Cost per Acquisition, CPO für Cost per Order. Beide Modelle beschreiben die Kosten, die für das Erreichen eines definierten Erfolgs anfallen – etwa einer qualifizierten Aktion (Conversion) oder einer konkreten Bestellung. 
Sie sind besonders interessant, wenn Partner unterschiedliche Reichweiten oder Stärken haben und ein Teil der Vergütung erfolgsabhängig gestaltet werden soll. So lassen sich Budgets gezielter steuern und Kooperationsleistungen messbar machen. 

Die Dauer einer Markenkooperation kann stark variieren – von einer kurzfristigen Aktion bis zu mehrjährigen Partnerschaften. Entscheidend sind Ziele, Zielgruppen, Branche und Komplexität der Zusammenarbeit. 
Für langfristige Kooperationen empfiehlt sich eine klar definierte Pilotphase, um Abläufe zu testen, das Zusammenspiel der Partner zu optimieren und ggf. nachzusteuern. Zielerreichung und KPIs sollten in regelmäßigen Abständen überprüft und bei Bedarf angepasst werden. 

D wie Dauer einer Kooperation

E wie Erfolg

Erfolg in Markenkooperationen lässt sich nur dann sinnvoll bewerten, wenn Ziele vorab klar definiert wurden. Mögliche Kennzahlen sind u. a.: 

  • Reichweitensteigerung 
  • Abverkauf / Sales 
  • Gewinnung neuer Zielgruppen
  • Steigerung von Bekanntheit oder Image 

Quantitative Effekte wie Reichweite oder Abverkauf sind oft gut messbar. Imageeffekte oder Awareness erfordern häufig spezifische Studien oder Marktanalysen. Kooperationen bieten zusätzlich die Chance auf gemeinsames Storytelling, relevanten Content und erhöhte Sichtbarkeit durch mediale Präsenz oder Events – auch das kann, z. B. über Medienresonanz oder Engagement-Raten, messbar gemacht werden. 

Franchising ist eine langfristig angelegte Zusammenarbeit zwischen einem Franchise-Geber und einem Franchise-Nehmer. Der Franchise-Geber stellt u. a. Marke, Konzept, Know-how und Betriebsabläufe bereit. Der Franchise-Nehmer nutzt dieses System und zahlt dafür in der Regel eine Einstiegsgebühr sowie laufende, meist umsatzabhängige Franchise-Gebühren. 
Franchising ist damit eine klare und vertraglich geregelte Form der Kooperation, bei der Marke und Geschäftsmodell skalierbar gemacht werden. 

F wie Franchising

G wie Gemeinsame Haftung

Rechtliche Haftung ist ein zentraler Aspekt jeder Markenkooperation, wird aber in der Praxis oft unterschätzt. Wichtig ist eine klare schriftliche Vereinbarung, u. a. zu: 

  • Vertraglichen Pflichten der Partner 
  • Haftungsregelungen 
  • Wahl der Rechtsform (bei langfristigen Kooperationen) 
  • Datenschutz (z. B. bei Datenaustausch, CRM, Gewinnspielen) 
  • Kartellrechtlichen Rahmenbedingungen 

Neben Zielen und Vergütung sollten auch Nutzungsrechte (zeitlich, räumlich, inhaltlich) eindeutig geregelt werden. Eine juristische Prüfung der Vereinbarung ist empfehlenswert, um spätere Konflikte zu vermeiden. 

Horizontale Kooperationen entstehen zwischen Unternehmen, die auf derselben Stufe der Wertschöpfungskette arbeiten oder vergleichbare Leistungen anbieten. Ziele können u. a. sein: 

  • Gemeinsame Einkaufsvolumen zu bündeln 
  • Bessere Konditionen im Markt zu erzielen 
  • Größere Projekte gemeinsam zu realisieren 

Die Partner sind in der Regel gleichberechtigt. Voraussetzung für eine erfolgreiche horizontale Kooperation sind klare Ziele, gegenseitiges Vertrauen und Transparenz. 

H wie Horizontale Kooperation

I wie Innovationen

Innovationen sind ein wichtiger Treiber für erfolgreiche Kooperationen. Neue Produkte, Services oder Vermarktungsansätze entstehen häufig dann, wenn Marken ihr Know-how bündeln und gemeinsam denken. 
Kooperationen können Innovationsprozesse beschleunigen, Risiken teilen und den Zugang zu neuen Technologien, Zielgruppen oder Märkten erleichtern. Wer als Marke offen für Partnerideen ist und strukturiert mit ihnen arbeitet, erhöht die Chance, neue Lösungen früh im Markt zu platzieren. 

Markenkooperationen sind dann stark, wenn alle Beteiligten ihre jeweiligen Stärken einbringen. Das können z. B. sein: 

  • Produktion 
  • Vertrieb und Logistik 
  • Markenführung und Kommunikation 
  • Reichweite oder Community 

Ziel ist, dass die gemeinsame Leistung mehr bewirkt als die Summe der Einzelleistungen – ohne dass die Identität der einzelnen Marken verwässert wird. Synergien, klare Rollen und ein gemeinsames Verständnis der Ziele sind dafür entscheidend. 

J wie “Jeder macht das, was er am besten kann.”

K wie 360-Grad-Kommunikation

360-Grad-Kommunikation beschreibt den Ansatz, eine Zielgruppe über möglichst viele relevante Touchpoints konsistent zu erreichen – z. B. am POS, über Print, Bewegtbild, Social Media, Influencer, Online-Marketing oder PR. 
Für Markenkooperationen bedeutet das: Die gemeinsame Botschaft wird über verschiedene Kanäle synchron ausgespielt, sodass Marke und Kooperation wiederholt und im passenden Kontext sichtbar werden. Wichtig ist ein abgestimmtes Konzept, damit die Kommunikation nicht beliebig wirkt. 

Licensing (Lizenzvergabe) bedeutet, dass eine Marke ihre Bekanntheit, ihr Image oder ihre Figuren auf Produkte eines anderen Unternehmens überträgt. Ziel ist meist, Produkte emotional aufzuladen, zusätzliche Absatzpotenziale zu erschließen oder die Markenpräsenz zu erhöhen. 
Lizenzgeschäfte sind im Umfeld von Markenkooperationen häufig, weil die Rollen klar definierbar und vertraglich sauber regelbar sind (z. B. Nutzung, Laufzeit, Regionen, Produktgruppen). Für beide Seiten wichtig: Die Passung von Marke, Produkt und Zielgruppe. 

L wie Licensing

M wie Markenkuppler

Die Markenkuppler sind eine spezialisierte Unternehmensberatung für Markenkooperationen. Seit rund 20 Jahren werden etablierte Marken, Traditionsunternehmen, junge Firmen und Start-ups zusammengebracht – von einmaligen Projekten bis hin zu langfristigen Partnerschaften. 
Gegründet von Anne-Kathrin Berlinecke, die zuvor viele Jahre das Kooperationsgeschäft u. a. bei Tchibo verantwortete, verbindet das Team strategische Beratung, Kreativität und ein großes Netzwerk von Marketingentscheidern. 
Die Markenkuppler verstehen sich als Sparringspartner auf Augenhöhe: Sie denken Kooperationen strategisch, kuratieren passende Matches und begleiten den Prozess von der Idee bis zur Umsetzung. 

Kooperationen können verschiedene Unternehmensziele unterstützen, u. a.: 

  • Umsatzsteigerung und zusätzliche Verkäufe 
  • Gewinnung neuer Zielgruppen 
  • Verbesserung von Image und Markenwahrnehmung 
  • Stärkung der Kundenbindung 
  • Risikoteilung oder Zeitersparnis 

Beispiel: Ein Partner bringt eine starke Vertriebsstruktur ein, der andere eine etablierte Marke oder ein passendes Produkt. In Kombination entstehen häufig Mehrwerte, die jede Marke für sich allein nicht erzielen könnte – etwa exklusive Angebote, höhere Qualität oder besondere Services. 

N wie Nutzen

O wie On-Pack-Aktion

On-Pack-Aktionen sind Promotions, bei denen ein Produkt am Point of Sale um einen zusätzlichen Anreiz ergänzt wird – z. B. durch Give-aways, Zugaben, Sammelmechaniken oder Gewinnspiele direkt auf der Verpackung. 
In Märkten mit hoher Austauschbarkeit und geringer Markentreue können On-Pack-Aktionen die Kaufentscheidung positiv beeinflussen. Markenkooperationen bieten sich hier besonders an: Der Zusatznutzen oder „zweite Markenmoment“ entsteht durch die Kombination zweier Marken auf einem Produkt oder einer Aktion. 

Ein Perfect Match liegt vor, wenn Ziele, Werte, Zielgruppen und Arbeitsweisen beider Partner gut zueinander passen – von der Idee und Kreation bis zur Umsetzung.
Für ein Perfect Match braucht es: 

  • Kompatible Markenpositionierungen 
  • Klar definierte, gemeinsame Ziele 
  • Passende Zielgruppen 
  • Transparente Prozesse und Entscheidungswege 

Nur wenn das Zusammenspiel inhaltlich und organisatorisch funktioniert, entsteht eine Kooperation, die für beide Seiten nachhaltig trägt. 

P wie Perfect Match

Q wie Qualitative Ziele vs. Quantitative Ziele

Im Kontext von Kooperationen unterscheidet man häufig zwischen: 

Quantitativen Zielen, z. B.: 

  • Umsatzsteigerung 
  • Gewinnmaximierung 
  • Wachstum und Marktanteile 

Qualitativen Zielen, z. B.: 

  • Imageaufbau oder -verbesserung 
  • Steigerung von Bekanntheit 
  • Höhere Kundenbindung oder -zufriedenheit 
  • Erweiterung der Markenreichweite 

Wichtig: Nicht jeder Kanal und jede Maßnahme eignet sich zur Erreichung jedes Ziels. Kooperationsstrategien sollten deshalb immer sowohl qualitative als auch quantitative Ziele berücksichtigen und dazu passende Maßnahmen definieren. 

Revenue Sharing (Rev-Share) bedeutet, dass die Vergütung nicht als fixer Geldbetrag erfolgt, sondern erfolgsabhängig: Ein Partner erhält einen Anteil an den Umsätzen, die durch eine Kooperation generiert werden.
Vorteile: 

  • Beide Partner haben ein hohes Interesse am Erfolg der Kooperation 
  • Chancen und Risiken werden geteilt 
  • Die Vergütung passt sich der tatsächlichen Performance an 

Rev-Share-Modelle eignen sich insbesondere dort, wo Umsätze klar zuordenbar sind – etwa im E-Commerce oder bei klar abgegrenzten Kampagnen. 

R wie Revenue Share

S wie Speedkuppeln

Speedkuppeln ist ein von den Markenkupplern entwickeltes Matching-Format für Markenkooperationen. In einem kompakten Setting treffen ausgewählte Marketingentscheider und Unternehmen an einem Tag auf potenzielle Kooperationspartner – strukturiert, kuratiert und auf konkrete Gespräche ausgerichtet. 
Ziel: In kurzer Zeit viele relevante Kontakte knüpfen und konkrete Kooperationsansätze identifizieren. Speedkuppeln ist damit ein Beschleuniger für neue Markenpartnerschaften. 

Testimonials sind Personen – häufig prominente Persönlichkeiten oder Influencer –, die eine Marke oder ein Produkt sichtbar empfehlen. Sie sollen mit ihrem Bekanntheitsgrad, ihrer Glaubwürdigkeit und ihrem Image positiv auf die Marke einzahlen. 
Zentral ist dabei die Passung: Nur wenn Testimonial und Produkt glaubwürdig zusammenwirken und die Zielgruppe sich mit der Person identifizieren kann, entfaltet das Konzept Wirkung. 

T wie Testimonials

U wie Unternehmensziele

Kooperationen sind kein Selbstzweck, sondern sollten zur Erreichung übergeordneter Unternehmensziele beitragen. Dazu gehören häufig: 

  • Zugang zu neuen Kunden 
  • Erschließung neuer Zielgruppen oder Märkte 
  • Erhöhung der Kundenbindung 
  • Stärkung des Markenimages 

In vielen Fällen öffnet ein Kooperationspartner seine Kundenbasis oder bringt einen besonderen Mehrwert ein, den die andere Marke allein nicht bieten könnte. Umso wichtiger ist es, die Verbindung zu den Unternehmenszielen klar zu formulieren und regelmäßig zu prüfen. 

Vertikale Kooperationen entstehen zwischen Unternehmen auf unterschiedlichen Stufen der Wertschöpfungskette – z. B. zwischen Produzenten und Zulieferern oder zwischen Herstellern und Handelspartnern.
Ziele können u. a. sein: 

  • Effizienzsteigerung in Logistik und Beschaffung 
  • Bessere Platzierung am POS 
  • Gemeinsame Promotions oder Sortimentsstrategien 

Da Interessen und Machtverhältnisse in vertikalen Kooperationen unterschiedlich ausgeprägt sein können, ist eine klare vertragliche Regelung besonders wichtig. 

V wie Vertikale Kooperation

W wie Wertekostüm

Das Wertekostüm beschreibt die Werte, Haltungen und Themen, die eine Marke transportiert und für ihre Zielgruppen sichtbar macht – z. B. Nachhaltigkeit, Qualität, Verantwortung oder Innovationskraft. 
Für Kooperationen ist ein kompatibles Wertekostüm entscheidend: Wenn Marken ähnliche Wertvorstellungen teilen, wirkt der gemeinsame Auftritt glaubwürdig und stärkt das Vertrauen – intern wie extern. Große Differenzen im Wertekostüm können dagegen zu Irritationen bei Kunden und im Partnerteam führen. 

Zur Generation X werden meist Menschen im Alter von etwa 40 bis 55 Jahren gezählt. Ihnen wird häufig zugeschrieben, gut ausgebildet, leistungsorientiert und zugleich an Sicherheit und einem stabilen Lebensstandard interessiert zu sein. 
Wichtig für Kooperationen: Diese Generation gilt als vergleichsweise markenerfahren und erwartet Verlässlichkeit, Qualität und ein faires Preis-Leistungs-Verhältnis. Gleichzeitig sind Pauschalisierungen mit Vorsicht zu betrachten – Zielgruppenanalysen sollten immer datenbasiert erfolgen. 

X wie Generation X

Y wie Generation Y

Die Generation Y (Millennials) umfasst grob die Geburtsjahrgänge zwischen 1980 und Anfang der 1990er Jahre. Sie ist mit digitalen Medien aufgewachsen und bewegt sich selbstverständlich in Online- und Social-Media-Umfeldern. 
Typische Zuschreibungen sind: Wunsch nach Sinn in der Arbeit, Flexibilität, Selbstverwirklichung und eine fließende Verbindung von Beruf und Privatleben („Work-Life-Blend“). 
Für Kooperationen und Marketing gilt: Authentizität, Transparenz und Partizipation sind für diese Zielgruppe besonders relevant – vor allem im digitalen Raum. 

Zur Generation Z werden meist die Geburtsjahrgänge ab Mitte der 1990er bis etwa 2010 gezählt. Sie ist vollständig mit digitalen Medien aufgewachsen und gilt als sehr vertraut mit Social Media, Streaming und mobilen Technologien. Unterschiedliche Studien beschreiben die Gen Z als werteorientiert, sicherheitsbewusst und parallel dazu offen für neue Lebens- und Arbeitsmodelle. Themen wie Nachhaltigkeit, Diversität und gesellschaftliche Verantwortung spielen für viele eine größere Rolle als bei früheren Generationen. 
Wie auch bei der Einteilung anderer Generationen gilt: Die Zuschreibungen beruhen überwiegend auf beobachtbaren Trends und weniger auf klaren, wissenschaftlich belastbaren Grenzen – sie bieten Orientierung, ersetzen aber keine individuelle Zielgruppenanalyse. 

Z wie Generation Z

Du möchtest Markenkooperationen strategisch einsetzen? Hier erfährst du, wie die Markenkuppler Dein Unternehmen begleiten.

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