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dais im Interview – Warum man immer noch über Frauengesundheit sprechen muss

Tag der Frauengesundheit: „Bloody Confidence“ statt Tabu – Im Gespräch mit Eva Bodenmüller von dais 

Frauengesundheit betrifft die Hälfte der Weltbevölkerung – und ist trotzdem noch immer unterrepräsentiert, unterfinanziert und oft unangenehm still. Genau deshalb braucht es Marken, die Themen sichtbar machen, Gespräche anstoßen und Produkte entwickeln, die näher am echten Alltag der Menschen sind. 

Zum Tag der Frauengesundheit haben wir mit Eva Bodenmüller gesprochen, Gründerin von dais. Die Marke bringt Periodenunterwäsche dorthin, wo Frauen ihre Periodenprodukte tatsächlich kaufen: in die Drogerie. Im Interview spricht Eva über Tabus, Community, Markenkooperationen mit Relevanz und darüber, warum Sichtbarkeit manchmal mit einem klaren „Break the Script“ beginnt. 

„Wir wollten etwas, das wirklich zugänglich ist“ 

Was war der Moment, in dem dir klar wurde: Es braucht dais? 

Wir haben gemerkt, dass Periodenunterwäsche zwar bereits existiert, aber entweder zu teuer, zu nischig oder nur online verfügbar war. Wir wollten etwas schaffen, das wirklich für alle zugänglich ist – und zwar dort, wo Frauen ihre Periodenprodukte zu 91 Prozent kaufen: in der Drogerie. 

 

Gerade das finden wir aus Markensicht spannend: dais hat nicht versucht, eine bestehende Kategorie einfach hübscher zu machen, sondern relevanter. Nicht nur das Produkt wurde neu gedacht, sondern auch der Zugang dazu. 

Warum Sichtbarkeit bei Frauengesundheit noch immer wichtig ist 

dais spricht sehr offen über Menstruation und Frauengesundheit. Warum ist diese Offenheit für euch so wichtig? 

Wir wurden ganz am Anfang von einer TV-Redaktion abgelehnt, weil es ihnen zu extrem war, über die Periode zu sprechen. Das hat mich geärgert und gleichzeitig bestätigt. Solange das Thema noch so viel Unbehagen auslöst, braucht es Marken und Menschen, die zeigen, wie normal das Thema ist. Jede zweite Person auf dieser Welt hat, hatte oder wird eine Periode haben – es sollte das Normalste auf der Welt sein. 

Gründerinnen von dais mit einem Plakat zum Thema Frauengesundheit
Die Gründerinnen Eva und Grace von dais mit ihrem Engagement für Frauengesundheit.

Warum braucht es aus deiner Sicht auch heute noch einen Tag der Frauengesundheit? 

Solange Forschung zu weiblichen Körperthemen chronisch unterfinanziert ist, solange Frauen mit Symptomen jahrelang nicht ernst genommen werden und solange die Periode noch ein Tabuthema ist, ist ein Tag der Frauengesundheit kein Nice-to-have, sondern wichtig, um Aufmerksamkeit zu schaffen. 

 

Female Health ist längst kein Nischenthema mehr – und genau deshalb beobachten wir, dass immer mehr Marken Verantwortung übernehmen und aktiv Teil dieser Gespräche werden wollen. Entscheidend ist dabei allerdings, dass Kommunikation nicht nur laut, sondern glaubwürdig ist. 

Community statt Marketing-Floskel 

Welche Rolle spielt Community für eure Marke? 

Community ist für uns kein Marketing-Tool, sondern wirklich das Herzstück. Wir beziehen unsere Community stark in die Produktentwicklung ein, haben schon viele Events gemacht und merken jedes Mal wieder, wie viel es bringt, sich direkt auszutauschen. 

Wenn Frauen anfangen, über ihren Zyklus zu reden, Wissen teilen und merken, dass sie damit nicht alleine sind, gibt das so viel Confidence. 

 

Gerade im Female-Health-Bereich zeigt sich immer wieder: Markenbindung entsteht nicht nur über Produkte, sondern über das Gefühl, verstanden zu werden. Community wird so nicht zur KPI, sondern zum echten Markenfundament. 

Kooperationen mit Relevanz statt Reichweite

Welchen Stellenwert haben Markenkooperationen für dais beim Markenaufbau? 

Einen riesigen. Wir glauben total daran, dass Marken sich gegenseitig stärken können. Aber wir suchen immer Kooperationspartner mit Relevanz, nicht nur mit Reichweite. Ein gutes Beispiel war unsere Kooperation mit Sagrotan bei dm, wo wir gemeinsam Sichtbarkeit geschaffen haben, die für beide Seiten Sinn ergeben hat. 

Welche Kooperation hat sich für euch bisher besonders richtig angefühlt – und warum? 

Meine absolute Lieblingskoop war unsere erste mit invisibobble. Wir haben gemeinsam eine Breast-Cancer-Awareness-Collab gestartet und eine rosa Periodenunterwäsche mit einem rosa invisibobble-Scrunchie mit Brüsten darauf kreiert. Ein Teil des Erlöses wurde an eine Charity gespendet. 

invisibobble ist eine tolle Marke, wir sind beide female founded und es steckte ein schöner Zweck dahinter. Genau so sollen Kooperationen für uns sein. 

 

Und genau darin liegt aus unserer Sicht die Stärke guter Markenmatches: Wenn gemeinsame Werte sichtbar werden und Kooperationen mehr sind als reine Reichweitenmechaniken. 1 + 1 = 3 funktioniert eben besonders dann, wenn beide Marken dieselbe Sprache sprechen. 

„Break the Script“: Warum dais sein Packaging verändert hat 

Ihr habt euer Verpackungsdesign angepasst. Was war der Auslöser dafür und was soll der neue Look transportieren? 

Wir haben unser Packaging geliebt, aber trotzdem geändert. Der Markt sah plötzlich aus wie wir: viel Rosa, viel Pastell, ähnliche Illustrationen. Was uns mal differenziert hat, war auf einmal überall. 

Der neue Look sagt sofort, wer wir sind: klarer Markenblock, starker Kontrast, keine Verwirrung mehr im Regal. Wir nennen es immer „Break the Script“. 

 

Ein spannender Reminder dafür, dass Markenführung kein statischer Zustand ist. Wer relevant bleiben will, muss sich weiterentwickeln – selbst dann, wenn etwas eigentlich gut funktioniert. 

Bloody Confidence statt Tabu

Was wünschst du dir für die Zukunft von Female Health – gesellschaftlich und als Marke? 

Gesellschaftlich wünsche ich mir, dass Frauengesundheit aufhört, ein Nischenthema zu sein. Dass Forschung, Aufklärung und offene Gespräche selbstverständlich werden. 

Als Marke wollen wir dais als echte Begleiterin im Alltag weiterentwickeln – mit Produkten, die wirklich funktionieren und einer Community, die Frauen das Gefühl gibt, nicht alleine zu sein. Bloody Confidence. 

Steht die nächste Kooperation schon in den Startlöchern? 

Wir arbeiten gerade an einer ganz tollen Collab mit einer möglichen Markenbotschafterin und sind im Austausch mit tollen Female-Health-Brands. Ich bin mir sicher: Spätestens Ende des Jahres oder 2027 haben wir ganz viel zu zeigen 🙂 

Unser Fazit 

Das Gespräch mit Eva Bodenmüller zeigt, warum Female-Health-Marken aktuell so relevant sind: Sie verkaufen nicht nur Produkte, sondern schaffen Sichtbarkeit, Räume für Austausch und neue Formen von Markencommunity. 

Für uns als Markenkuppler steckt darin ein wichtiges Learning: Kooperationen funktionieren besonders dann, wenn sie ein echtes gesellschaftliches Bedürfnis aufgreifen – und Marken den Mut haben, Themen sichtbar zu machen, über die andere noch schweigen

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